Schießpulver


Schießpulver
Schieß|pul|ver 〈n. 13; unz.〉 = Pulver (3)

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Schieß|pul|ver; Syn.: Treibladungspulver, (gemeinspr.:) Pulver: Bez. für Explosivstoffe, die als Treibsätze (Schießstoff) für Feuerwaffen dienen. Man unterscheidet einbasige S. (Cellulosenitrat) von zweibasigen S., die zusätzlich Diglykoldinitrat oder Glycerintrinitrat sowie dreibasigen S., die außer Letzteren noch Nitroguanidin enthalten.

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Schieß|pul|ver, das:
pulverförmiger Explosivstoff (1):
das S. [auch] nicht erfunden haben (Pulver 1 c).

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Schießpulver,
 
Treibladungspulver, Treibmittel für konventionelle Waffen, die nach einer Zündung unter Gasentwicklung und ohne zusätzlichem Sauerstoff raucharm verbrennen. Einbasige Schießpulver bestehen aus Nitrocellulose (Gemisch aus Schießwolle und Kollodiumwolle), die mit Alkohol und Äther gelatiniert und nach Zusatz von Stabilisatoren (z. B. Diphenylamin) in Strangpressen zu Bändern, fadenartigen Strängen (»Nudeln«) u. a. verformt werden. Die vorgetrockneten Stränge werden zu Körnern geschnitten, getrocknet und mit einem feinen Graphitüberzug versehen. Zweibasige Schießpulver werden aus Nitrocellulose und flüssigen Salpetersäureestern (z. B. Nitroglycerin, Diglykoldinitrat) ohne Lösungsmittel hergestellt (»Pulver ohne Lösungsmittel«, POL-Pulver). Dreibasige Schießpulver, die besonders für schwere Geschütze verwendet werden, enthalten neben Nitrocellulose und Salpetersäureestern noch Nitroguanidin. Die ballistischen Eigenschaften von Schießpulver werden auch durch die Formgebung beeinflusst. Je nach Form wird zwischen Röhrenpulver (für Kanonen), Blättchenpulver, Kugelpulver (z. B. für Infanteriepatronen) u. a. unterschieden.
 
 
Das Schießpulver tritt für Feuerwerkskörper in China im 8./9. Jahrhundert, in Europa im 13. Jahrhundert auf. Zum Raketenantrieb gebrauchten es die Chinesen schon um 1100, die Europäer um 1300. Im Schießpulvergeschütz wurde es in Europa seit etwa 1320 verwendet, in China wohl schon gegen 1200. Als Erfinder des Schießpulvers werden vielfach in England R. Bacon und in Deutschland B. Schwarz bezeichnet. F. Petrarca erwähnte in »De remediis utriusque fortunae« (entstanden 1354-68) von Schießpulver getriebene Geschosse. Das körnige Schwarzpulver war bis in die 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts in Gebrauch. 1886 wurde fast gleichzeitig in mehreren Ländern das rauchschwache Schießpulver erfunden.
 
Hier finden Sie in Überblicksartikeln weiterführende Informationen:
 
Schießpulver: Für Feuerwerke und Geschütze
 

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Schieß|pul|ver, das: pulverförmiger ↑Explosivstoff (1): *das S. [auch] nicht erfunden haben (↑Pulver 1 c).

Universal-Lexikon. 2012.

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